Esse ich vor dem Training was oder erst nachher? - Blog Beiträge - Sportliche Seite

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Esse ich vor dem Training was oder erst nachher?

Sportliche Seite
Herausgegeben von in Ernährung ·
Diese Frage wird mir, insbesondere von Erstteilnehmern, regelmässig bei den Outdoor Trainings gestellt.

Meine Antwort lautet ganz klar UND, also vor- und nachher. Jetzt spielt es aber auch eine Rolle, was ich zu mir führe und wie lange vorher. Was wir nicht wollen ist, dass bei Trainingsbeginn unser Blut zur Verdauung im Magen verweilt. Somit sollten wir a) genug Zeit zwischen dem Snack/Mahlzeit und dem Workout einrechnen und b) genau darauf achten was wir uns zwischen die Kiemen hauen.

Was heisst das konkret?

Umso fettiger eine Mahlzeit ist, umso länger braucht der Verdauungstrakt zur Verdauung. Komplexe Kohlenhydrate müssen zuerst aufgespalten werden und brauchen somit eine gewisse Zeit, bis sie ihre Wirkung entfalten können, einfache Kohlenhydrate hingegen sind schneller verfügbar. Faserreiche Nahrung wie rohes Gemüse und Salat, Obst und Vollkornprodukte ist extrem gesund, würde ich aber auf das Afterworkout verschieben. Gestützt auf ihre unverdaulichen Ballaststoffen können Gase entstehen, die unangenehme Nebenwirkung kennen wir alle. Daraus resultierend ist auf fettarme Nahrung, bestehend auf einfach verdaulichen Kohlenhydraten, zu setzen. Dies kann bei Snacks in Form sein von (infolge ihrer Faserigkeit) beschränkter Menge Früchten (z.B. Bananen), Weissbrot (ja genau, an der Stelle soll weisses Mehl „erlaubt“ sein) oder auch einem Kohlenhydrat Drink (z.B. Maltodextrin). Wählt ihr eine dieser Verpflegung, dann ist 45 bis 60 Minuten vor der körperlichen Belastung sicherlich ein guter Zeitpunkt. Bei Mahlzeiten bestehend aus weissen Nudeln oder Reis dürfen es gerne 60 bis 75 Minuten sein. Noch etwas mehr Zeit müsst ihr einrechnen, wenn ihr auf komplexere Kohlenhydrate setzt wie z.B. Vollkornmüesli, -teigwaren oder -reis. Lasst eurem Körper dann mindestens 90 Minuten (tendenziell eher mehr) Zeit, bevor ihr ihm dann körperlich alles abverlangt. Auch hier ist an die Ballaststoffe zu denken.

Obige Tipps greifen bei einem Outdoor oder typischen Kraft Training von 60 bis 90 Minuten, nicht aber bei einem Marathonlauf oder einer langen Radtour. Auch liegt bei diesem Ratschlag der Fokus auf der zur Verfügung Stellung von genügend Energie, also einem ausgeglichenen Energiehaushalt und nicht auf Reduktion des Körpergewichtes (negative Energiebilanz).

Zu erwähnen ist an der Stelle, dass auf die Ernährung (was, wieviel, wann, usw.) nicht nur am Tag des Trainings zu achten ist. Eine gesunde, ausgewogene, zielorientierte Ernährung ist ein fortlaufender Prozess. Der Körper kann die Kohlenhydrate in den Muskelzellen und in der Leber speichern und müssen somit nicht "unmittelbar" vor der Belastung zu sich geführt werden --> Stichwort Carboloading.



Bewertung: 5.0/5
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü